Das SPP-Konzept

Konzept Spielplatzpatenschaften Kinder- und Jugendförderung
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Gliederung

1. Einleitung
2. Ziel der Spielplatzpatenschaften
3. Gewinnung von Spielplatzpaten
4. Auswahlkriterien für Spielplatzpaten
5. Aufgaben, Rechte und Pflichten der Spielplatzpaten
6. Unterstützung, Beratung und Anleitung der Spielplatzpaten
7. Vernetzung

1. Einleitung
Das Spiel ist für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen von grundlegender
Bedeutung. Ein Großteil der kognitiven Entwicklung und der Entwicklung motorischer
Fähigkeiten findet durch Spiel statt. Im Spiel begreifen Kinder ihre Umwelt und bilden
eigene Fähigkeiten und Fertigkeiten aus.
Der Spielplatz ist für Kinder in ihrem Wohnumfeld ein besonderer Raum, wo sie ihren
Bedürfnissen nach Bewegung und ungestörtem, freien Spiel nachkommen können.
Unsere moderne Umwelt lässt oft wenig Platz für natürliche Spielflächen, da sich die
Infrastruktur der Städte an den Interessen der Erwachsenen orientiert. Somit ist es ein besonderes Anliegen, die Spielplätze aufzuwerten und zu schützen. Ein attraktiver Spielplatz benötigt nicht nur eine gute und motivierende Ausstattung, sondern auch aktive Menschen vor Ort, die sich um die Spielplätze kümmern. Beobachtungen haben gezeigt, dass eine Anbindung der Spielplätze in den Sozialraum eine nachhaltige Verbesserung mit sich bringt. Um diese Vernetzung herzustellen wurde das Spielplatzpatenschaftsprojekt in Dortmund entwickelt und 1998 beschlossen.
Spielplatzpaten übernehmen Verantwortung vor Ort und sichern durch ihren
persönlichen Einsatz die Spielmöglichkeiten im Stadtteil. Spielplatzpaten tragen dazu
bei, dass unsere Spielplätze attraktive Treffpunkte für Kinder und Familien im
Sozialraum bleiben. Neben einem geschützten Platz mit einer interessanten
Spiellandschaft benötigen Kinder und Jugendliche auch Menschen, die sie in ihren
Interessen und Problemlagen ernst nehmen. Es hat sich gezeigt, dass Spielplätze, die von Spielplatzpaten betreut werden, eine höhere Akzeptanz in der Bevölkerung haben.
Das vorliegende Konzept orientiert sich einerseits an den 10jährigen Erfahrungen des Dortmunder Patenkonzeptes, andererseits rückt bürgerschaftliches Engagement immer mehr als zentrale Grundlage der Demokratieentwicklung in den Focus und bedarf somit eines Unterstützungssystems und einer positive Öffentlichkeit.
An diesen Anforderungen orientiert sich das Konzept, in dem neue Patenschaften für
die öffentlichen Spielplätze in Dortmund offensiv gewonnen werden und ein
Qualitätsstandard im Rahmen der Qualifizierung entwickelt wird. Das Konzept ist ein
stadtweites Angebot und wird vom Fachbereich Kinder- und Jugendförderung betreut
und umgesetzt.

2. Ziel der Spielplatzpatenschaften
Bürgerschaftliches Engagement nimmt einen immer höheren Stellenwert in unserer
Gesellschaft ein und trägt dazu bei, die Identifikation des Bürgers mit dem eigenen
Wohnumfeld zu fördern und zu unterstützen.
Erwachsene, Kinder und Jugendliche bekommen die Chance, mitzugestalten, sich
einzumischen und sich zu beteiligen. Die Spielplatzpatenschaft ist nicht nur Hilfe für
andere, sondern bedeutet auch persönliche Weiterentwicklung für jeden einzelnen.
Durch die Spielplatzpatenschaft verbessert sich die Aufenthaltsqualität auf den
Spielplätzen für die Kinder, Jugendlichen und Familien und kann das Nachbarschaftliche Miteinander fördern. Das Jugendamt kann somit schneller und bedarfsorientiert auf die Wünsche und Missstände reagieren. Für die Kinder und Jugendlichen bedeutet es zusätzlich einen Ansprechpartner zur Seite zu haben.

3. Prinzipien
Die Prinzipien des Konzeptes beziehen sich auf die Zusammenarbeit mit den
Spielplatzpaten.

-Partizipation
Bürgerschaftliches Engagement ist eine zentrale Grundlage der Demokratie.
Demokratie kann überhaupt nur lebendig werden, wenn möglichst viele Bürgerinnen
und Bürger bereit sind, sich einzumischen und Mitverantwortung zu übernehmen.
Spielplatzpaten haben mit diesem Konzept die Möglichkeit Mitverantwortung im
Sozialraum zu übernehmen.

-Vernetzung
Netzwerke sind leistungsstarke Antriebskräfte in unserer Gesellschaft. Sie
ermöglichen eine Zusammenarbeit, in der konkrete Aufgaben verteilt werden und eine gegenseitige Unterstützung erfolgt. Dies führt zu mehr Vielfalt und stärkt die Motivation der Spielplatzpaten.

-Qualifizierung
Qualifizierung ermöglicht die Erlangung von Fähigkeiten und Qualifikationen um eine
bestimmte Aufgabe oder Anforderung erfüllen zu können. Die Qualifizierung ist eine
wichtige Methode des Qualitätsmanagement. Es werden Qualitätsstandards entwickelt an denen sich die Organisation sowie die Akteure vor Ort orientieren. Den
Spielplatzpaten werden z.B. Methoden im Bereich Konfliktmanagement und
Gesprächsführung vermittelt.

4. Gewinnung von Spielplatzpaten
Um Bürger für das Ehrenamt zu gewinnen, wird eine Kampagne entwickelt.
Dabei wird die Interessenvertretung der Engagierten sowie die Anerkennung ihrer Arbeit in den Mittelpunkt gestellt. Durch die gezielte Ansprache und überzeugende Motivation können neue Patenschaften geworben werden.
Es werden neue Flyer und Plakate entwickelt und der Öffentlichkeit präsentiert. Darüber hinaus wird die Zusammenarbeit mit der Presse forciert, indem z.B. Spielaktionen auf den Spielplätzen in den Stadtbezirken vorgestellt werden. Es werden Institutionen und soziale Einrichtungen in der Nähe von Spielplätzen gezielt angesprochen und über das Projekt informiert.

5. Auswahlkriterien für Spielplatzpaten
Für eine Patenschaft eignen sich Einzelpersonen sowie Vereine, Initiativen oder
Institutionen, die jeweils Ansprechpartner für das Jugendamt sind. Spielplatzpaten sind Partner für Kinder, Jugendliche, Eltern und Anwohner und kümmern sich regelmäßig um einen Spielplatz in ihrem Wohngebiet.
Spielplatzpaten sollen:
-eine hohe soziale Kompetenz besitzen,
-als Person im Quartier akzeptiert werden und
-verantwortungsbewusst und
-aufgeschlossen für die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen sein.

Bürger und Institutionen
-bewerben sich beim Jugendamt
-beantragen ein polizeiliches Führungszeugnis
-nehmen an Qualifizierungsmaßnahmen und dem Fachaustausch des Jugendamtes teil.

6. Aufgaben und Rechte der Spielplatzpaten
Die Aufgaben der Spielplatzpaten bestehen darin, die Interessen der Kinder und
Jugendlichen zu unterstützen. Das heißt, den Spielraum für die Kinder zu schützen und das Spiel bei Bedarf zu unterstützen und zu begleiten.

Konkret können diese Aufgaben folgendermaßen aussehen:
-Ansprechpartner für Kinder und Jugendliche sein
-In Konfliktfällen vermitteln
-Mängel an den Spielgeräten melden
-Kleinere Reinigungsarbeiten übernehmen (z.B. Gefährdung durch Glasscherben)
-Spielfeste oder Spielaktionen in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt organisieren und durchführen.

Zu den Aufgaben zählen weiter, den Spielplatz regelmäßig zu besuchen, evtl.
Verunreinigungen oder Schäden an die zuständigen Mitarbeiter im Jugendamt melden, nach Möglichkeit Spielplatzfeste organisieren und/ oder Kinder zum Spiel anzuleiten.
Die Übernahme einer Spielplatzpatenschaft erfolgt auf ehrenamtlicher Basis. Die
Aufgaben und Rechte werden in einer Vereinbarung zwischen dem Paten und dem
Jugendamt festgelegt. Der Pate geht keine finanzielle Verpflichtung ein. Er bestimmt
sein Engagement selber und kann haftungsrechtlich nicht belangt werden.
Im Rahmen einer Aufwandsentschädigung werden 55 € pro Jahr, pro Spielplatz zur
Verfügung gestellt.

6. Anleitung, Beratung und Unterstützung der Spielplatzpaten
Die Spielplatzpaten werden mit einer Qualifikationsmaßnahme in das Patenamt
eingeführt. Hier werden die Aufgaben von Spielplatzpaten und die Unterstützungsangebote des Jugendamtes vorgestellt. Thematiken wie „Eingreifen im Schadensfall“ oder „Umgang mit Konflikten“ werden in den Maßnahmen vermittelt und sollen den Paten Handlungssicherheit in ihrer täglichen Arbeit geben.
Nach Beendigung der Qualifikationsmaßnahme werden Zertifikate an die Paten
übergeben. Um sich auf dem Spielplatz auszuweisen, erhalten sie eine Visitenkarte mit der Aufgabenbeschreibung des Spielplatzpatenamts. Die Paten werden mit Hilfe der Medien der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Spielplatzpaten werden fortlaufend vom Jugendamt fachlich begleitet und durch
folgende Angebote unterstützt:
-Kontaktpflege zu den Paten, z.B. durch Beratung und Besuchen auf den
Spielplätzen.
-Beratung der Paten in Konfliktsituationen auf dem Spielplatz.
-Professionelle Begleitung von Spielplatzaktionen
-Qualifizierungsmaßnahmen zu verschiedenen Thematiken
-Regelmäßigen Erfahrungsaustausch in Form von Spielplatzpatenkonferenzen und
„Dankeschön Festen“

7. Vernetzung
Jährlich findet eine Landeskonferenz für alle Spielplatzpaten in NRW statt. Dies
geschieht in Kooperation mit dem ABA Fachverband Offene Arbeit mit Kindern und
Jugendlichen e. V. und den teilnehmenden NRW Kommunen.

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